Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 1
4 Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Ganz Judäa und alle Bewohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und den Riemen seiner Schuhe zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
Gemäß der oben erwähnten Prophezeiung Jesajas wird der Weg des Herrn von Johannes durch Glauben, Taufe und Buße bereitet; die Pfade werden gerade gemacht durch die rauen Spuren des härenen Gewandes, den Gürtel aus Fell, die Nahrung von Heuschrecken und wildem Honig und die demütigste Stimme; daher wird gesagt: Johannes war in der Wüste. Denn Johannes und Jesus suchen das Verlorene in der Wüste; wo der Teufel siegte, dort wird er besiegt; wo der Mensch fiel, dort steht er auf. Der Name Johannes aber bedeutet die Gnade Gottes, und die Erzählung beginnt mit der Gnade. Denn es heißt weiter: taufend. Denn durch die Taufe wird die Gnade gegeben, da durch die Taufe die Sünden umsonst nachgelassen werden. Was aber vom Bräutigam zur Vollendung gebracht wird, wird vom Freund des Bräutigams eingeführt. So beginnen die Katechumenen (welches Wort unterwiesene Personen bedeutet) durch den Dienst des Priesters und empfangen das Chrisma vom Bischof. Und um dies zu zeigen, wird hinzugefügt: Und predigend die Taufe der Buße, usw.