
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
57 Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, sagte einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. 58 Da sagte Jesus zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester. Der Menschensohn aber hat nichts, wohin er sein Haupt legen kann. 59 Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Erlaube mir, zuerst meinen Vater zu begraben. 60 Er aber antwortete ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! 61 Noch ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr; doch erlaube mir zuvor, von meinen Hausgenossen Abschied zu nehmen. 62 Jesus aber sagte zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.
(Hom. 27. in Matt.) Aber was ist notwendiger als die Bestattung des Vaters, was ist leichter, da doch nicht viel Zeit dafür aufgewendet würde? Wir werden also hierdurch gelehrt, dass es sich für uns ziemt, nicht einmal den geringsten Teil unserer Zeit vergeblich zu verbringen, obwohl wir tausend Dinge haben, die uns drängen, ja sogar geistliche Dinge selbst unseren größten Notwendigkeiten vorzuziehen. Denn der Teufel lauert wachsam dicht bei uns, um irgendeine Öffnung zu finden, und wenn er eine leichte Nachlässigkeit bewirkt, endet er in einer großen Schwäche.