
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
46 Es kam die Überlegung bei ihnen auf, wer wohl der Größte von ihnen sei. 47 Jesus, der die Gedanken ihres Herzens kannte, nahm ein Kind, stellte es neben sich 48 und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. 49 Da nahm Johannes das Wort und sprach: Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben und wir wollten ihn hindern, weil er nicht mit uns zusammen (dir) nachfolgt. 50 Jesus aber sagte zu ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.
Aber wir sollten nicht so sehr den Wundertäter betrachten als die Gnade, die in ihm war, der durch die Kraft Christi Wunder wirkte. Aber was, wenn es sowohl solche geben sollte, die mit den Aposteln zusammengezählt werden, als auch solche, die mit der Gnade Christi gekrönt sind; es gibt viele Verschiedenheiten in den Gaben Christi. Aber weil der Heiland den Aposteln die Macht gegeben hatte, böse Geister auszutreiben, (Matth. 10,8.) dachten sie, dass keinem anderen als ihnen allein dieses Vorrecht gewährt sei, und daher kommen sie, um zu fragen, ob es auch für andere erlaubt sei, dies zu tun.