
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
37 Als sie am folgenden Tag vom Berg herabstiegen, kam ihnen viel Volk entgegen. 38 Da rief ein Mann aus der Menge: Meister, ich bitte dich, nimm dich meines Sohnes an, es ist mein einziger! 39 Ein Geist packt ihn und plötzlich schreit er auf, er zerrt ihn hin und her, sodass er schäumt; er lässt kaum von ihm ab und reibt ihn ganz auf. 40 Ich habe deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben, aber es gelang ihnen nicht. 41 Da erwiderte Jesus: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange noch muss ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her! 42 Aber noch während er herbeikam, riss und zerrte ihn der Dämon hin und her. Jesus herrschte den unreinen Geist an, heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater wieder. 43 Und alle gerieten außer sich vor Staunen über die große Macht Gottes.Während alle über das staunten, was er wirkte, sagte er zu seinen Jüngern:
(ubi sup.) Daher scheint es mir richtiger, den Vater des Besessenen als ungläubig anzusehen, weil er auch die heiligen Apostel schmäht, indem er sagt, dass sie die bösen Geister nicht bezwingen konnten. Es wäre aber besser gewesen, durch Ehrung Gottes Gunst zu suchen, denn Er sieht auf die, die Ihn fürchten. Wer aber sagt, dass jene in Bezug auf ihre Macht über die bösen Geister schwach seien, die diese Macht von Christus empfangen haben, der verleumdet eher die Gnade als jene, die mit dieser Gnade geschmückt sind, in denen Christus wirkt. Christus ist daher über die Anklage der Heiligen beleidigt, denen das Wort der heiligen Predigt anvertraut wurde. Deshalb tadelt der Herr ihn und die Gleichgesinnten, indem Er spricht: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht. Als sagte Er: Wegen eures Unglaubens hat die Gnade ihre Wirkung nicht erlangt.