
Johannes von Damaskus
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
28 Etwa acht Tage nach diesen Worten nahm er Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und stieg auf den Berg, um zu beten. 29 Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Angesichts und sein Gewand wurde strahlend weiß. 30 Da redeten zwei Männer mit ihm -- es waren Mose und Elija --, 31 sie erschienen im Lichtglanz und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.
(ut sup. 10.) Diener jedoch beten auf eine Weise; unser Herr betete auf eine andere. Denn das Gebet des Dieners wird durch die Erhebung des Geistes zu Gott dargebracht, aber der heilige Geist Christi, (der hypostatisch [ὑπόστασιν] mit Gott vereint war,) betete, damit er uns an der Hand zum Aufstieg führe, wodurch wir im Gebet zu Gott emporsteigen, und uns lehre, dass er nicht gegen Gott ist, sondern den Vater als seinen Anfang verehrt; (ὡς ἀρχὴν ἑαυτὸν) ja, sogar den Tyrannen versuchend, der von ihm suchte, ob er Gott sei, (was die Macht seiner Wunder erklärte,) verbarg er gleichsam unter dem Köder einen Haken; damit der, welcher den Menschen mit der Hoffnung auf Göttlichkeit getäuscht hatte, selbst passend mit dem Gewand der Menschheit gefangen werde. Das Gebet ist die Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit; wie folgt: Und als er betete, veränderte sich das Aussehen seines Angesichts.