
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
10 Die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Dann nahm er sie mit sich und zog sich mit ihnen allein in eine Stadt namens Betsaida zurück. 11 Als aber die Volksscharen das merkten, folgten sie ihm. Er nahm sie auf und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und die der Heilung bedurften, machte er gesund. 12 Als sich der Tag zu neigen begann, kamen die Zwölf zu ihm hin und sagten: Entlass das Volk, damit sie in die umliegenden Dörfer und Höfe gehen und Unterkunft und Speise finden; denn hier sind wir in einer einsamen Gegend. 13 Doch er sagte zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie aber sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; es sei denn, dass wir hingingen und für diese ganze Menge Nahrung kauften. 14 Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er aber sagte zu seinen Jüngern: Lasst sie sich lagern in Gruppen zu etwa je fünfzig. 15 Sie taten, was er ihnen sagte, und ließen alle sich lagern. 16 Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Segensgebet, brach sie und gab sie den Jüngern, sie dem Volk vorzulegen. 17 Und sie aßen und wurden alle satt. Die übrig gebliebenen Brocken sammelte man auf: zwölf Körbe voll.
(ubi sup.) Er verteilt sie durch die Hände seiner Jünger und ehrt sie so, dass sie es nicht vergessen sollten, als das Wunder vorüber war. Nun schuf er die Speise für die Menge nicht aus dem Nichts, um den Manichäern den Mund zu stopfen, die sagen, die Geschöpfe seien unabhängig (ἀλλοτριούντων. κτίσιν.) von ihm; er zeigt, dass er selbst sowohl der Geber der Speise ist als auch derselbe, der sprach: Die Erde bringe hervor usw. Er lässt auch die Fische sich vermehren, um zu bedeuten, dass er Herrschaft über die Meere wie über das trockene Land hat. Wohl aber vollbrachte er ein besonderes Wunder für die Schwachen, während er zugleich auch einen allgemeinen Segen gewährt, indem er alle, die Starken wie die Schwachen, speist. Und sie aßen alle und wurden satt.