Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 8
49 Noch während er sprach, kam jemand von den Leuten des Synagogenvorstehers und sagte: Deine Tochter ist gestorben, bemühe den Meister nicht weiter. 50 Jesus aber hörte das und antwortete ihm: Fürchte dich nicht, glaube nur, und sie wird gerettet. 51 Als er das Haus betrat, ließ er niemand mit sich hineingehen außer Petrus, Jakobus, Johannes und den Vater und die Mutter des Mädchens. 52 Alle weinten und klagten um sie. Er aber sagte: Weint nicht, sie ist nicht tot, sondern sie schläft. 53 Da verlachten sie ihn, weil sie wussten, dass sie gestorben war. 54 Er aber ergriff ihre Hand und rief: Mädchen, steh auf! 55 Da kehrte ihr Geist zurück und sie stand sogleich auf. Und er befahl, ihr zu essen zu geben. 56 Ihre Eltern waren außer sich; er aber gebot ihnen, niemand zu erzählen, was geschehen war.
Als er im Begriff war, die Tote aufzuerwecken, trieb er alle hinaus, um uns zu lehren, frei von eitler Ruhmsucht zu sein und nichts zur Schau zu tun; denn wenn jemand Wunder wirken soll, darf er nicht inmitten vieler sein, sondern allein und getrennt von den anderen. Wie es folgt: Und als er in das Haus kam, ließ er niemanden hineingehen außer Petrus, Jakobus und Johannes. Diese allein ließ er eintreten als die Häupter seiner Jünger, die das Wunder verbergen konnten. Denn er wollte sich vor seiner Zeit nicht vielen offenbaren, vielleicht wegen des Neides der Juden. So sollen auch wir, wenn jemand uns beneidet, ihm nicht unsere Gerechtigkeit bekannt machen, damit wir ihm nicht Anlass zu größerem Neid geben.