Griechischer Exeget
Catena Aurea · Lukasevangelium 8
40 Als Jesus zurückkam, empfing ihn das Volk; denn alle erwarteten ihn. 41 Da kam ein Mann mit Namen Jaïrus, der Vorsteher der Synagoge war, warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; 42 denn er hatte eine einzige Tochter von ungefähr zwölf Jahren und sie lag im Sterben. Während er hinging, umdrängten ihn die Volksscharen. 43 Da war eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt und von niemand Heilung fand; 44 sie trat von hinten hinzu und berührte den Saum seines Gewandes und sogleich hörten ihre Blutungen auf. 45 Da fragt Jesus: Wer hat mich berührt? Als es alle verneinten, sagten Petrus und seine Begleiter: Meister, die Volksscharen drängen und stoßen dich. 46 Jesus erwiderte: Es hat mich jemand berührt; denn ich fühlte, dass eine Kraft von mir ausging. 47 Als die Frau sah, dass sie nicht verborgen bleiben konnte, kam sie zitternd herbei, fiel vor ihm nieder und bekannte vor allem Volk, weshalb sie ihn berührt hatte und wie sie sofort geheilt worden war. 48 Er aber sagte zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. Geh hin in Frieden!
(Victor. Ant.) Seine Jünger nun, die nicht wussten, wonach gefragt wurde, sondern annahmen, er spreche nur von einem, der ihn berührt hatte, antworten auf die Frage des Herrn wie folgt: Als aber alle leugneten, sprachen Petrus und die bei ihm waren: Meister, das Volk drängt und bedrängt dich, und du sagst: Wer hat mich berührt? Unser Herr unterscheidet also die Berührung durch seine Antwort, wie es folgt: Und Jesus sprach: Jemand hat mich berührt; wie er auch sagte: Wer Ohren hat zu hören, der höre, obwohl alle ein solches leibliches Hören hatten; aber es ist nicht wahrhaft Hören, wenn jemand nachlässig hört, noch wahrhaft Berühren, wenn jemand untreu berührt. Jetzt aber macht er bekannt, was geschehen ist, wie hinzugefügt wird: Denn ich habe verspürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist. Er antwortet eher der Sache nach, in Rücksicht auf die Gesinnung seiner Hörer. Hier aber wird er uns als der wahre Gott offenbart, sowohl durch seine wunderbare Tat als auch durch sein Wort. Denn es übersteigt uns und vielleicht auch die Engel, Kraft aus unserer eigenen Natur mitteilen zu können. Dies gehört allein der höchsten Natur an. Denn nichts Geschaffenes besitzt die Kraft zu heilen oder auch nur andere ähnliche Wunder zu wirken, es sei denn, sie sei göttlich verliehen. Aber nicht aus Verlangen nach Ruhm ließ er die Kundgabe seiner göttlichen Macht nicht verborgen bleiben, der so oft Schweigen über seine Wunder geboten hatte, sondern weil er auf den Nutzen derer blickte, die durch den Glauben zur Gnade berufen werden.