
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 8
40 Als Jesus zurückkam, empfing ihn das Volk; denn alle erwarteten ihn. 41 Da kam ein Mann mit Namen Jaïrus, der Vorsteher der Synagoge war, warf sich Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; 42 denn er hatte eine einzige Tochter von ungefähr zwölf Jahren und sie lag im Sterben. Während er hinging, umdrängten ihn die Volksscharen. 43 Da war eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt und von niemand Heilung fand; 44 sie trat von hinten hinzu und berührte den Saum seines Gewandes und sogleich hörten ihre Blutungen auf. 45 Da fragt Jesus: Wer hat mich berührt? Als es alle verneinten, sagten Petrus und seine Begleiter: Meister, die Volksscharen drängen und stoßen dich. 46 Jesus erwiderte: Es hat mich jemand berührt; denn ich fühlte, dass eine Kraft von mir ausging. 47 Als die Frau sah, dass sie nicht verborgen bleiben konnte, kam sie zitternd herbei, fiel vor ihm nieder und bekannte vor allem Volk, weshalb sie ihn berührt hatte und wie sie sofort geheilt worden war. 48 Er aber sagte zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. Geh hin in Frieden!
(ubi sup.) Der Herr aber war nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern sie zu retten. Daher wägt er nicht den Rang des Bittstellers ab, sondern übernimmt ruhig das Werk, wissend, dass das, was geschehen sollte, größer sein würde als das, was erbeten wurde. Denn er wurde gerufen, die Kranke zu heilen, aber er wusste, dass er eine bereits Tote auferwecken und auf Erden eine feste Hoffnung auf die Auferstehung einpflanzen würde.