
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 8
22 Eines Tages stieg er mit seinen Jüngern in ein Boot und sagte zu ihnen: Wir wollen an das andere Ufer des Sees hinüberfahren. Und sie fuhren ab. 23 Während sie fuhren, schlief er ein. Da stieß ein Sturm auf den See hinunter, sie wurden überflutet und kamen in Gefahr. 24 Da traten sie zu ihm, weckten ihn und riefen: Meister, Meister, wir gehen zugrunde! Er aber erhob sich, schalt den Wind und die Wogen; sie legten sich und es trat Stille ein. 25 Da sagte er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber gerieten in Furcht und Staunen und sagten zueinander: Was ist das für ein Mann, dass er selbst den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?
(Hom. 27. in Matt.) Lukas vermeidet zwar die Frage, die ihm hinsichtlich der Zeitfolge gestellt werden könnte, indem er sagt, dass Er an einem bestimmten Tag in ein Schiff stieg. Wenn nun der Sturm aufgekommen wäre, als unser Herr wach war, hätten die Jünger entweder nicht gefürchtet oder nicht geglaubt, dass Er solches tun könne. Deshalb schläft Er, um ihnen Anlass zur Furcht zu geben; denn es folgt: Als sie aber segelten, schlief er ein; und es kam ein Sturmwind auf den See herab.