
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 7
24 Als die Boten des Johannes weggegangen waren, begann er, zu den Volksscharen über Johannes zu sprechen: Wozu seid ihr in die Wüste hinausgegangen? Ein Schilfrohr zu sehen, das im Wind schwankt? 25 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen zu sehen mit feinen Kleidern angetan? Leute, die prächtig gekleidet sind und in Üppigkeit leben, sind in den Palästen der Könige. 26 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Viel mehr als einen Propheten. 27 Er ist es, von dem geschrieben steht: Ich sende meinen Boten vor dir her, damit er den Weg vor dir bereitet. 28 Ich sage euch: Unter den von einer Frau Geborenen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer. Aber der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.
(ubi sup.) Der Herr, der die Geheimnisse der Menschen kennt, sah voraus, dass einige sagen würden: Wenn Johannes bis jetzt Jesus nicht kannte, wie hat er ihn uns dann gezeigt mit den Worten: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt? Um daher dieses Gefühl, das von ihnen Besitz ergriffen hatte, zu ersticken, beugte er dem Schaden vor, der aus dem Ärgernis entstehen könnte, wie es folgt: Und als die Boten des Johannes gegangen waren, begann er zum Volk über Johannes zu sprechen: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Ein Rohr, das vom Wind hin- und hergeschüttelt wird? Als ob er sagte: Ihr habt euch über Johannes den Täufer gewundert und seid oft gekommen, um ihn zu sehen, wobei ihr weite Reisen in der Wüste zurückgelegt habt; gewiss vergeblich, wenn ihr ihn für so wankelmütig haltet, dass er wie ein Rohr ist, das sich neigt, wohin der Wind es auch bewegt. Denn so erscheint der, der leichtfertig seine Unkenntnis über Dinge bekennt, die er weiß.