Gregor von Nyssa
Catena Aurea · Lukasevangelium 7
11 Hierauf ging er in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und viel Volk gingen mit ihm. 12 Als er sich dem Stadttor näherte, trug man einen Toten heraus, den einzigen Sohn seiner Mutter, die Witwe war, und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. 13 Als der Herr sie sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! 14 Dann trat er hinzu und berührte die Bahre; die Träger aber standen still. Er sagte: Junger Mann, ich sage dir: Steh auf! 15 Da richtete sich der Tote auf und begann zu reden und er gab ihn seiner Mutter zurück. 16 Furcht ergriff alle; sie lobten Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten und Gott hat sich seines Volkes angenommen. 17 Und die Kunde davon verbreitete sich in ganz Judäa und in der ganzen Gegend.
(Tract. de Anima et Res. Post med.) Nun lernen wir den Beweis der Auferstehung nicht so sehr aus den Worten als aus den Werken unseres Erlösers, der, indem er seine Wunder mit den weniger wunderbaren begann, unseren Glauben mit weit größeren versöhnte. Zuerst näherte er sich in der schweren Krankheit des Knechtes des Hauptmanns der Kraft der Auferstehung; später führte er mit höherer Kraft die Menschen zum Glauben an eine Auferstehung, als er den Sohn der Witwe auferweckte, der zur Beerdigung hinausgetragen wurde; wie es heißt: Als er sich aber dem Tor der Stadt näherte, siehe, da wurde ein Toter hinausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter.