
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 6
27 Euch, die ihr zuhört, sage ich: Liebt euere Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen. 28 Segnet die, die euch verfluchen, und betet für die, die euch verleumden. 29 Wer dich auf die eine Wange schlägt, dem halte auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch nicht den Rock. 30 Jedem, der dich bittet, gib; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück. 31 Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, ebenso sollt auch ihr ihnen tun.
(de Serm. Dom. lib. 1. c. 20.) Er sagt nicht: „Gib dem Bittenden alles“, sondern gib, was du gerecht und ehrlich kannst, das heißt, was, soweit ein Mensch wissen oder glauben kann, weder dir noch einem anderen schadet; und wenn du jemandem mit Recht etwas verweigert hast, muss ihm die Gerechtigkeit dargelegt werden (damit du ihn nicht leer wegschickst); manchmal wirst du sogar eine größere Wohltat erweisen, wenn du den zurechtgewiesen hast, der erbittet, was er nicht soll.