
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 6
6 An einem anderen Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Dort war ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. 7 Die Schriftgelehrten und Pharisäer beobachteten ihn, ob er am Sabbat heilen würde, damit sie eine Anklage gegen ihn finden könnten. 8 Er aber kannte ihre Gedanken und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Er stand auf und stellte sich hin. 9 Da sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes oder Böses zu tun, ein Leben zu retten oder zu verderben? 10 Und er blickte sie alle ringsum an und sagte zu ihm: Streck deine Hand aus! Er tat es und seine Hand wurde wieder gesund. 11 Sie aber wurden von blinder Wut erfüllt und besprachen sich miteinander, was sie Jesus antun könnten.
(de Con. Ev. l. ii. c. 35.) Es könnte aber gefragt werden, wie Matthäus dazu kam zu sagen, dass sie den Herrn fragten, ob es erlaubt sei, am Sabbat zu heilen, während Lukas an dieser Stelle berichtet, dass vielmehr sie vom Herrn gefragt wurden. Wir müssen daher glauben, dass sie zuerst den Herrn fragten und dass er dann, da er durch ihre Gedanken verstand, dass sie eine Gelegenheit zur Anklage suchten, den Mann in die Mitte stellte, den er heilen wollte, und die Frage stellte, von der Markus und Lukas berichten, dass er sie gestellt habe. Es folgt: Und er blickte sie alle ringsum an.