Gregor von Nyssa
Catena Aurea · Lukasevangelium 5
33 Sie sagten zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten häufig und verrichten Gebete, ebenso auch die der Pharisäer; die deinen dagegen essen und trinken. 34 Jesus erwiderte: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? 35 Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; in jenen Tagen werden sie fasten. 36 Er erzählte ihnen aber auch ein Gleichnis: Niemand setzt ein Stück von einem neuen Kleid auf ein altes Kleid; er würde ja nicht nur das neue zerschneiden, auch wird das Stück vom neuen nicht zu dem alten passen. 37 Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche; sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, er läuft aus und die Schläuche gehen zugrunde, 38 sondern neuen Wein muss man in neue Schläuche füllen. 39 Und niemand, der alten (Wein) getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte ist gut.
(Orat. de Deit. Filii et SS.) Denn frisch gezapfter Wein verdunstet aufgrund der natürlichen Hitze im Getränk und wirft durch natürliche Wirkung den Schaum von sich ab. Solcher Wein ist der neue Bund, den die alten Schläuche wegen ihres Unglaubens nicht fassen und daher durch die Vortrefflichkeit der Lehre zerreißen und die Gnade des Geistes vergeblich ausfließen lassen; denn in eine böse Seele wird die Weisheit nicht eingehen. (Weish. 1:4.)