
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 5
27 Darauf ging er hinaus und sah einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! 28 Da verließ er alles, stand auf und folgte ihm. 29 Und Levi gab für ihn ein großes Gastmahl in seinem Haus; eine große Schar von Zöllnern und anderen (Gästen) lag mit ihnen zu Tisch. 30 Da murrten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten und sagten zu seinen Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit Zöllnern und Sündern? 31 Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Umkehr.
(de con. Ev. lib. ii. c. 27.) Nun scheint der heilige Lukas dies etwas anders als die anderen Evangelisten erzählt zu haben. Denn er sagt nicht, dass nur unserem Herrn vorgeworfen wurde, dass er mit Zöllnern und Sündern esse und trinke, sondern auch den Jüngern, damit die Anklage sowohl ihn als auch sie betreffe. Aber der Grund, warum Matthäus und Markus den Vorwurf als gegen Christus an seine Jünger gerichtet wiedergaben, war, dass, da die Jünger mit Zöllnern und Sündern aßen, es eher ihrem Meister vorgeworfen wurde als dem, dem sie folgten und den sie nachahmten; der Sinn ist also derselbe, doch umso besser vermittelt, als er, während er an der Wahrheit festhält, in bestimmten Worten abweicht.