Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 4
31 Er kam hinunter nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbat. 32 Sie staunten über seine Lehre, denn sein Reden geschah in Vollmacht. 33 Da war in der Synagoge ein Mann, der von einem Geist, einem unreinen Dämon besessen war. 34 Und er schrie mit lauter Stimme: Ha, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! 35 Da fuhr ihn Jesus an: Schweig und fahr aus von ihm! Da riss ihn der Dämon in die Mitte und fuhr von ihm aus, ohne ihm Schaden zu tun. 36 Staunen überkam alle und sie redeten untereinander und sprachen: Was ist das für ein Wort? In Vollmacht und Kraft gebietet er den unreinen Geistern und sie fahren aus! 37 Und die Kunde von ihm verbreitete sich in allen Orten der Umgegend.
Wir müssen auch wissen, dass viele jetzt Teufel haben, nämlich solche, die die Begierden der Teufel erfüllen, wie die Zornigen den Dämon des Zorns haben; und so bei den übrigen. Aber der Herr kam in die Synagoge, als die Gedanken des Menschen gesammelt waren, und dann sagt er zu dem Dämon, der dort wohnte: Schweig, und sogleich wirft er ihn in die Mitte und fährt aus ihm aus. Denn es ziemt sich nicht für einen Menschen, immer zornig zu sein (das heißt, wie die Tiere), noch immer ohne Zorn zu sein (denn das ist Gefühllosigkeit), sondern er muss den Mittelweg gehen und Zorn gegen das Böse haben; und so wird der Mensch in die Mitte geworfen, wenn der unreine Geist von ihm ausfährt.