
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 4
22 Alle stimmten ihm bei und staunten über die Worte voll Anmut, die aus seinem Mund kamen, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs? 23 Er erwiderte ihnen: Ihr werdet mir sicher dieses Sprichwort entgegenhalten: Arzt, heile dich selbst! Was wir in Kafarnaum geschehen hörten, tu auch hier in deiner Vaterstadt! 24 Und er fügte hinzu: Amen, ich sage euch: Kein Prophet ist in seiner Vaterstadt willkommen. 25 Wahrhaftig, ich sage euch: Viele Witwen gab es in den Tagen des Elija in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und große Hungersnot über das ganze Land kam. 26 Doch zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, sondern nur zu einer Witwe in Sarepta im Gebiet von Sidon. 27 Ebenso gab es viele Aussätzige in Israel zur Zeit des Propheten Elischa, aber keiner von ihnen wurde rein, sondern nur der Syrer Naaman.
(Hom. in Pet. et Eli.) Als aber der Bach ausgetrocknet war, durch den der Kelch des Gerechten gefüllt wurde, sprach Gott: Geh nach Sarepta, einer Stadt Sidons; dort werde ich einer Witwe befehlen, dich zu ernähren. Wie es folgt: Aber zu keinem von ihnen wurde Elias gesandt, außer nach Sarepta, einer Stadt Sidons, zu einer Frau, die eine Witwe war. Und dies geschah durch eine besondere Anordnung Gottes. Denn Gott ließ ihn eine weite Reise machen, bis nach Sidon, damit er, nachdem er die Hungersnot des Landes gesehen hatte, vom Herrn Regen erbitten sollte. Aber es gab damals viele reiche Männer, doch keiner von ihnen tat etwas wie die Witwe. Denn in der Achtung, die die Frau dem Propheten erwies, bestand ihr Reichtum nicht aus Ländereien, sondern aus gutem Willen.