
Maximus der Bekenner
Catena Aurea · Lukasevangelium 4
9 Dann führte er ihn nach Jerusalem, stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, stürz dich von hier hinunter; 10 denn es steht geschrieben: Seinen Engeln wird er deinetwegen Befehl geben, dich zu behüten, 11 und: Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt. 12 Jesus antwortete ihm: Es heißt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. 13 Als der Teufel mit aller Versuchung am Ende war, ließ er von ihm eine Zeit lang ab.
(lib. ad. piet. ex. 12.) Oder der Teufel hatte Christus in der Wüste dazu gedrängt, die Dinge der Welt der Liebe zu Gott vorzuziehen. Der Herr befahl ihm, ihn zu verlassen (was selbst ein Zeichen göttlicher Liebe war). Danach genügte es, Christus als falschen Anwalt der Liebe zu den Nächsten erscheinen zu lassen, und daher, während er die Pfade des Lebens lehrte, stachelte der Teufel die Heiden und Pharisäer auf, ihm Fallen zu stellen, damit er dazu gebracht würde, sie zu hassen. Doch der Herr ermahnte, tadelte und hörte nicht auf, ihnen Barmherzigkeit zu erweisen, aus dem Gefühl der Liebe, das er zu ihnen hatte.