
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 4
1 Erfüllt vom Heiligen Geist kehrte Jesus vom Jordan zurück und wurde vom Geist vierzig Tage lang in der Wüste umhergeführt 2 und vom Teufel versucht. Er aß nichts in dieser Zeit, aber als sie vorüber waren, hatte er Hunger. 3 Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden. 4 Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein lebt der Mensch.
Du siehst also, welche Art von Waffen Er gebraucht, um den Menschen gegen die Angriffe geistiger Bosheit und die Verlockungen des Appetits zu verteidigen. Er übt nicht Seine Macht als Gott aus (denn wie hätte mir das genützt), sondern als Mensch ruft Er eine gemeinsame Hilfe herbei, damit Er, auf die Speise der göttlichen Lesung bedacht, den Hunger des Leibes vernachlässige und die Nahrung des Wortes gewinne. Denn wer das Wort sucht, kann den Mangel an irdischem Brot nicht fühlen; denn göttliche Dinge machen zweifellos den Verlust menschlicher wett. Zugleich zeigt Er durch die Worte: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, dass der Mensch versucht wurde, das heißt unser Fleisch, das Er annahm, nicht Seine eigene Gottheit.