
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 3
21 Als das ganze Volk getauft wurde und auch Jesus sich taufen ließ und betete, öffnete sich der Himmel, 22 und der Heilige Geist schwebte in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab und eine Stimme sprach aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.
Nun gab es eine jüdische Taufe, die die Befleckungen des Fleisches entfernte, nicht die Schuld des Gewissens; unsere Taufe aber trennt uns von der Sünde, wäscht die Seele und gibt uns reichlich die Ausgießung des Geistes. Die Taufe des Johannes aber war vortrefflicher als die jüdische; denn sie führte die Menschen nicht zur Beobachtung leiblicher Reinigungen, sondern lehrte sie, sich von der Sünde zur Tugend zu wenden. Sie war aber geringer als unsere Taufe, insofern sie nicht den Heiligen Geist vermittelte, noch den Nachlass der Sünden, der durch die Gnade geschieht, zeigte, denn es gab gleichsam ein bestimmtes Ende jeder Taufe. Aber weder durch die jüdische noch durch unsere Taufe wurde Christus getauft, denn er bedurfte nicht der Vergebung der Sünden, noch war jenes Fleisch des Heiligen Geistes beraubt, das vom allerersten Anfang an vom Heiligen Geist empfangen wurde; er wurde durch die Taufe des Johannes getauft, damit du schon aus der Natur der Taufe erkennen mögest, dass er nicht getauft wurde, weil er die Gabe des Geistes nötig hatte. Er sagt aber: getauft und betend, damit du bedenkst, wie angemessen für einen, der die Taufe empfangen hat, das beharrliche Gebet ist.