
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 3
7 Er sagte zu den Volksscharen, die hinausgekommen waren, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Natternbrut! Wer hat euch gelehrt, ihr könntet dem kommenden Zorn entfliehen? 8 Bringt also Früchte hervor, die der Umkehr entsprechen, und lasst euch nicht einfallen, zu denken: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Aus diesen Steinen da kann Gott dem Abraham Kinder erwecken. 9 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
Es ist treffend gesagt, dass er keine Frucht bringt, und es wird hinzugefügt: gute. Denn Gott erschuf den Menschen als ein Wesen, das Beschäftigung liebt, und ständige Tätigkeit ist ihm natürlich, aber Müßiggang ist unnatürlich. Denn Müßiggang ist jedem Glied des Körpers schädlich, viel mehr aber der Seele. Denn da die Seele von Natur aus in ständiger Bewegung ist, lässt sie es nicht zu, träge zu sein. Aber wie der Müßiggang ein Übel ist, so auch eine unwürdige Tätigkeit. Da er aber zuvor von der Buße gesprochen hat, erklärt er nun, dass die Axt nahe liegt, zwar nicht tatsächlich schneidend, sondern nur Schrecken einflößend.