
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 3
3 Er kam in das Land am Jordan und predigte eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden, 4 wie im Buch der Reden des Propheten Jesaja geschrieben steht:Eine Stimme ruft in der Wüste: / Bereitet den Weg des Herrn! / Macht seine Straßen eben! 5 Jedes Tal soll aufgefüllt / und jeder Berg und Hügel abgetragen werden.Was krumm ist, soll gerade, / und was rau ist, zu ebenen Wegen werden, / 6 und alles Fleisch soll Gottes Heil schauen!
(ubi sup.) Denn da das Opfer noch nicht dargebracht war und der Heilige Geist noch nicht herabgekommen war, wie konnte da Vergebung der Sünden gewährt werden? Was meint also der heilige Lukas mit den Worten: zur Vergebung der Sünden? Da die Juden unwissend waren und die Schwere ihrer Sünden nicht kannten, und weil dies die Ursache ihres Übels war, damit sie von ihren Sünden überführt würden und einen Erlöser suchten, kam Johannes und ermahnte sie zur Buße, damit sie dadurch gebessert und über ihre Sünden betrübt bereit wären, Verzeihung zu empfangen. Mit Recht fügt er also, nachdem er gesagt hat, dass er kam und die Taufe der Buße predigte, hinzu: zur Vergebung der Sünden. Als wollte er sagen: Der Grund, durch den er sie zur Buße überredete, war, dass sie dadurch leichter die nachfolgende Verzeihung erlangen würden, indem sie an Christus glauben. Denn wenn sie nicht durch die Buße geführt würden, könnten sie vergeblich um Gnade bitten, außer als Vorbereitung auf den Glauben an Christus.