Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 24
25 Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, wie träge ist euer Herz, an alles das zu glauben, was die Propheten gesagt haben! 26 Musste nicht der Messias alles dies erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? 27 Und er begann, ihnen mit Mose und allen Propheten auszulegen, was sich in der ganzen Schrift auf ihn bezieht. 28 Als sie sich dem Dorf näherten, zu dem sie unterwegs waren, tat er, als wolle er weitergehen. 29 Da drängten sie ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. 30 Und als er sich mit ihnen zu Tisch gelegt hatte, nahm er das Brot, sprach das Dankgebet, brach und gab es ihnen. 31 Da wurden ihnen die Augen aufgetan und sie erkannten ihn; er aber entschwand ihren Blicken. 32 Da sagten sie zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er auf dem Weg mit uns redete und uns die Schriften erschloss? 33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die Elf und ihre Gefährten versammelt, 34 die sagten: Wahrhaftig, der Herr ist auferweckt worden und dem Simon erschienen! 35 Da erzählten auch sie, was auf dem Weg geschehen war und wie sie ihn beim Brotbrechen erkannt hatten.
Weil die oben erwähnten Jünger von zu großem Zweifel beunruhigt waren, tadelt sie der Herr und spricht: O ihr Toren, (denn sie gebrauchten fast dieselben Worte wie die, die am Kreuz standen: Er hat anderen geholfen, sich selbst kann er nicht helfen.) Und er fährt fort: und trägen Herzens zu glauben allem, was die Propheten gesprochen haben. Denn es ist möglich, einiges davon zu glauben und nicht alles; wie wenn jemand glauben würde, was die Propheten vom Kreuz Christi sagen, wie in den Psalmen: Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt; (Ps. 22,16.) aber nicht glauben würde, was sie von der Auferstehung sagen, wie: Du wirst deinen Heiligen nicht die Verwesung sehen lassen. (Ps. 16,10.) Aber es ziemt sich für uns, in allem den Propheten zu glauben, sowohl in den herrlichen Dingen, die sie über Christus vorhersagten, als auch in den unrühmlichen, da durch das Leiden von Übeln der Eingang zur Herrlichkeit ist. Daher folgt: Musste nicht Christus dies leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen? das heißt, was seine Menschheit betrifft.