
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 23
38 Es war auch eine Aufschrift über ihm angebracht: Das ist der König der Juden. 39 Einer der gehenkten Übeltäter verhöhnte ihn: Bist du nicht der Messias? Hilf dir selbst und uns! 40 Doch der andere wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott, obwohl dich doch das gleiche Urteil getroffen hat? 41 Uns allerdings mit Recht; denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. 42 Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! 43 Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Hier also könnte man den Heiland zwischen den Schächern sehen, wie Er auf der Waage der Gerechtigkeit Glauben und Unglauben abwägt. Der Teufel warf Adam aus dem Paradies. Christus brachte den Schächer vor der ganzen Welt, vor den Aposteln, ins Paradies. Durch ein bloßes Wort und allein durch den Glauben trat er ins Paradies ein, damit niemand nach seinen Sünden am Eingang verzweifle. Beachte den schnellen Wandel, vom Kreuz zum Himmel, von der Verdammnis zum Paradies, damit du erkennst, dass der Herr dies alles tat, nicht im Hinblick auf die gute Absicht des Schächers, sondern aus Seiner eigenen Barmherzigkeit.