Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 23
13 Pilatus rief die Hohenpriester, die Führenden und das Volk zusammen 14 und sagte zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen gebracht, der ein Volksaufwiegler sein soll. Ich habe ihn in euerer Gegenwart verhört, aber an ihm keinen Grund für euere Anklagen gefunden, 15 auch Herodes nicht; denn er hat ihn uns zurückgeschickt. Ihr seht also: Er hat nichts getan, was den Tod verdient. 16 Daher werde ich ihn geißeln lassen und dann freigeben. 17 [Er musste ihnen aber zum Fest einen freigeben.] 18 Da schrien sie alle zusammen: Weg mit ihm, den Barabbas gib uns frei! 19 Der war nämlich wegen Aufruhr in der Stadt und wegen Mord ins Gefängnis geworfen worden. 20 Pilatus wandte sich nochmals an sie, weil er Jesus freigeben wollte. 21 Sie aber schrien dagegen: Kreuzige, kreuzige ihn! 22 Darauf sagte er zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Ich habe keine Todesschuld an ihm gefunden; ich will ihn also geißeln lassen und dann freigeben. 23 Sie aber setzten ihm zu mit großem Geschrei und forderten seine Kreuzigung. Und ihr Geschrei setzte sich durch. 24 Da entschied Pilatus, dass ihrer Forderung stattgegeben werden solle: 25 Er ließ den frei, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen worden war. Jesus aber gab er ihrem Willen preis.
Darum wird Jesus durch das Zeugnis zweier Männer für unschuldig erklärt, aber die Juden, seine Ankläger, brachten keinen Zeugen vor, dem sie glauben konnten. Siehe also, wie die Wahrheit triumphiert. Jesus schweigt, und seine Feinde zeugen für ihn; die Juden erheben laute Schreie, und nicht einer von ihnen bestätigt ihr Geschrei.