Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 23
6 Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. 7 Und als er erfuhr, dass er aus dem Gebiet des Herodes komme, schickte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen ebenfalls in Jerusalem war. 8 Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah; denn seit langem hatte er den Wunsch, ihn zu sehen, weil er von ihm gehört hatte, und er hoffte, ihn ein Wunderzeichen wirken zu sehen. 9 Er befragte ihn ausführlich, doch Jesus antwortete ihm nicht. 10 Die anwesenden Hohenpriester und Schriftgelehrten erhoben schwere Anklagen gegen ihn. 11 Herodes und sein Gefolge zeigten ihm ihre Verachtung. Er verspottete ihn, ließ ihm ein Prunkgewand anlegen und schickte ihn zu Pilatus zurück. 12 An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; vorher hatten sie nämlich in Feindschaft zueinander gestanden.
Doch beachte, wie der Teufel durch das, was er tut, vereitelt wird. Er häuft Spott und Schmähungen gegen Christus auf, wodurch offenbar wird, dass der Herr nicht aufrührerisch ist. Sonst wäre er nicht verhöhnt worden, als so große Gefahr im Gange war, und das noch dazu von einem Volk, das in Verdacht stand und so zum Aufruhr neigte. Aber die Sendung Christi durch Pilatus zu Herodes wird der Beginn einer gegenseitigen Freundschaft; Pilatus nahm nicht die auf, die der Autorität des Herodes unterstanden, wie hinzugefügt wird: Und sie wurden Freunde, usw. Beachte, wie der Teufel überall Getrenntes vereint, um den Tod Christi zu bewirken. Schämen wir uns also, wenn wir um unseres Heils willen nicht einmal unsere Freunde in Einheit mit uns halten.