
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
54 Sie nahmen ihn fest, führten ihn fort und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus folgte von weitem. 55 Als sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet und sich zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus mitten unter sie. 56 Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen, blickte ihn genau an und sagte: Der war auch bei ihm. 57 Er aber leugnete und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht. 58 Kurz darauf sah ihn ein anderer und sagte: Auch du bist einer von ihnen. Petrus aber sagte: Mann, ich bin es nicht. 59 Ungefähr eine Stunde später behauptete ein anderer: Wahrhaftig, der war auch bei ihm; er ist doch auch ein Galiläer. 60 Petrus aber entgegnete: Mann, ich weiß nicht, was du meinst. Sogleich, während er noch redete, krähte ein Hahn. 61 Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an; und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 62 Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Was bedeutet es, dass eine Magd die erste ist, die Petrus verrät, obwohl doch Männer ihn leichter hätten erkennen müssen, außer dass jenes Geschlecht offensichtlich in den Mord an unserem Herrn verwickelt sein sollte, damit es auch durch seine Passion erlöst würde? Aber Petrus leugnet, als er entdeckt wird, denn es war besser, dass Petrus geleugnet hätte, als dass das Wort unseres Herrn versagt hätte. Daher folgt: Und er leugnete und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht.