
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
47 Während er noch redete, kam eine Schar und einer von den Zwölf namens Judas ging ihnen voran und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen. 48 Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn? 49 Als seine Begleiter sahen, was (ihm) bevorstand, sagten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? 50 Und einer von ihnen schlug auf den Knecht des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. 51 Jesus aber sagte: Lasst ab! Nicht weiter! Und er berührte das Ohr und heilte ihn. 52 Zu den Hohenpriestern aber, den Tempelhauptleuten und Ältesten, die zu ihm herangetreten waren, sagte Jesus: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knüppeln. 53 Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr nicht Hand an mich gelegt. Aber das ist euere Stunde und die Macht der Finsternis.
Unser Herr küßte ihn, nicht um uns zu lehren, uns zu verstellen, sondern sowohl damit er nicht den Anschein erweckte, vor dem Verräter zurückzuschrecken, als auch damit er ihn um so mehr bewegen möge, indem er ihm nicht die Dienste der Liebe verweigerte.