
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
31 Simon, Simon, der Satan hat verlangt, euch im Sieb zu schütteln wie Weizen. 32 Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht wankt. Und wenn du dich bekehrt hast, stärke deine Brüder! 33 Er aber sagte zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir in Kerker und Tod zu gehen! 34 Jesus erwiderte: Ich sage dir, Petrus: Bevor heute der Hahn kräht, hast du dreimal geleugnet, mich zu kennen.
(Hom. 82. in Matt.) Nun sagte Er nicht: ‚Ich habe gewährt‘, sondern: Ich habe gebetet. Denn Er spricht demütig, da Er sich Seinem Leiden nähert, und damit Er Seine menschliche Natur offenbare. Denn wie sollte Er, der nicht bittend, sondern mit Vollmacht gesprochen hatte: Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben, (Mt 16,18.) es nötig haben zu beten, um eine aufgewühlte Seele zu stützen? Er sagt nicht: „Ich habe gebetet, dass du nicht verleugnest“, sondern dass du den Glauben nicht aufgibst.