Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 22
7 Es kam der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem das Paschalamm geschlachtet werden musste. 8 Da entsandte er Petrus und Johannes und sagte: Geht und bereitet uns das Paschamahl vor, damit wir es essen. 9 Sie antworteten ihm: Wo willst du, dass wir es vorbereiten? 10 Er antwortete ihnen: Sobald ihr in die Stadt hineinkommt, wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, 11 und sagt zum Herrn des Hauses: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist das Gemach, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschamahl halten kann? 12 Er wird euch ein großes Obergemach zeigen, das mit Polstern belegt ist. Dort bereitet es vor! 13 Da gingen sie und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.
Unter dem Tag der ungesäuerten Brote müssen wir jenen Wandel verstehen, der ganz im Licht des Geistes ist und jede Spur der alten Verderbnis von Adams erstem Übertreten verloren hat. Und wenn wir in diesem Wandel leben, ziemt es uns, uns über die Geheimnisse Christi zu freuen. Nun bereiten diese Petrus und Johannes vor, das heißt Wirken und Beschauung, glühender Eifer und friedliche Sanftmut. Und diesen Bereitern begegnet ein gewisser Mann, weil in dem, was wir gerade erwähnt haben, die Beschaffenheit des Menschen liegt, der nach dem Bild Gottes geschaffen wurde. Und er trägt einen Krug Wasser, was die Gnade des Heiligen Geistes bezeichnet. Aber der Krug ist die Demut des Herzens; denn er gibt den Demütigen Gnade, die wissen, dass sie nur Erde und Staub sind.