Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 21
9 Wenn ihr aber von Kriegen und Aufständen hört, erschreckt nicht; denn das muss zuvor geschehen, aber es ist noch nicht sogleich das Ende. 10 Dann sagte er zu ihnen: Volk wird sich gegen Volk erheben und Reich gegen Reich 11 und große Erdbeben und Seuchen und Hungersnöte wird es da und dort geben; schreckliche Dinge werden geschehen und große Zeichen am Himmel zu sehen sein.
Nun haben einige die Erfüllung dieser Dinge nicht nur auf die zukünftige Vollendung aller Dinge beziehen wollen, sondern auch auf die Zeit der Einnahme Jerusalems. Denn als der Urheber des Friedens getötet wurde, entstanden damals gerechterweise unter den Juden Kriege und Aufruhr. Aus Kriegen aber entstehen Pest und Hungersnot, erstere durch die mit Leichen infizierte Luft, letztere durch die brachliegenden Ländereien. Josephus berichtet auch, dass die unerträglichsten Nöte durch Hungersnot auftraten; und zur Zeit des Kaisers Claudius gab es eine schwere Hungersnot, wie wir in der Apostelgeschichte lesen (Apg. 11,28), und viele schreckliche Ereignisse geschahen, die, wie Josephus sagt, die Zerstörung Jerusalems ankündigten.