
Athanasius der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 21
5 Als einige vom Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, antwortete er: 6 Was ihr da anschaut -- es werden Tage kommen, da wird kein Stein auf dem anderen bleiben; alles wird zerstört. 7 Sie fragten ihn: Meister, wann wird dies geschehen und was ist das Zeichen dafür, dass es beginnt? 8 Er antwortete: Seht zu, dass ihr nicht irregeführt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es! Und: Die Stunde ist gekommen! Lauft ihnen nicht nach!
(Orat. 1. cont. Arian.) Denn da wir von Gott Gnaden und Lehren empfangen haben, die über das menschliche Maß hinausgehen (wie zum Beispiel die Regel eines himmlischen Lebens, die Macht gegen die bösen Geister, die Annahme an Kindesstatt und die Erkenntnis des Vaters und des Wortes, die Gabe des Heiligen Geistes), geht unser Widersacher, der Teufel, umher und sucht uns den Samen des Wortes zu stehlen, der gesät worden ist. Aber der Herr, der seine Lehre als sein kostbares Geschenk in uns einschließt, warnt uns, damit wir nicht getäuscht werden. Und ein sehr großes Geschenk gibt er uns, das Wort Gottes, damit wir nicht nur nicht durch das, was erscheint, verführt werden, sondern auch, wenn etwas verborgen liegt, es durch die Gnade Gottes erkennen können. Denn da der Teufel der abscheuliche Erfinder des Bösen ist, verbirgt er, was er selbst ist, nimmt aber listig einen Namen an, der allen begehrenswert erscheint; gerade als wenn ein Mensch, der einige Kinder, die nicht die seinen sind, in seine Gewalt bringen wollte, in Abwesenheit der Eltern deren Aussehen nachahmte und die Kinder, die sich nach ihnen sehnten, fortführte. In jeder Häresie also sagt der Teufel verkleidet: „Ich bin Christus, und bei mir ist die Wahrheit.“ Und so folgt: Denn viele werden in meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus; und die Zeit ist nahe.