Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 20
19 Die Hohenpriester und Schriftgelehrten hätten gern in jener Stunde Hand an ihn gelegt, fürchteten aber das Volk. Sie hatten nämlich verstanden, dass er sie mit diesem Gleichnis meinte. 20 Sie belauerten ihn und schickten Spitzel, die sich den Anschein gesetzestreuer Leute geben sollten, um ihn bei einem Wort zu fangen, damit sie ihn der Obrigkeit und der Gewalt des Statthalters übergeben könnten. 21 Und sie fragten ihn und sagten: Meister, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und nicht auf die Person siehst, sondern den Weg Gottes gemäß der Wahrheit lehrst. 22 Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht? 23 Er aber durchschaute ihre Arglist und sagte zu ihnen: 24 Zeigt mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift hat er? Sie antworteten: Die des Kaisers. 25 Da sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 26 Und es gelang ihnen nicht, ihn vor dem Volk bei einem (unüberlegten) Wort zu fangen. Verwundert über seine Antwort verstummten sie.
Und so bewiesen sie durch ihr Bestreben, Ihn zu töten, die Wahrheit dessen, was Er im Gleichnis gesagt hatte. Denn Er selbst ist der Erbe, dessen ungerechten Tod Er als strafwürdig bezeichnete. Sie sind die bösen Weingärtner, die den Sohn Gottes töten wollten. Dies geschieht auch täglich in der Kirche, wenn jemand, nur dem Namen nach ein Bruder, sich schämt oder fürchtet, wegen der vielen guten Menschen, mit denen er lebt, in jene Einheit des Glaubens und Friedens der Kirche einzubrechen, die er verabscheut. Und weil die Hohenpriester unseren Herrn ergreifen wollten, es aber nicht aus eigener Kraft konnten, versuchten sie es durch die Hände des Statthalters zu bewerkstelligen; wie es folgt: Und sie lauerten ihm auf, usw.