
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 2
22 Als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose erfüllt waren, brachten sie ihn hinauf nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen 23 -- wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: Jedes Männliche, das den Mutterleib öffnet, soll dem Herrn heilig heißen -- 24 und um ein Opfer nach der Vorschrift im Gesetz des Herrn darzubringen: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. 25 Damals lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Denn keine Vereinigung mit einem Mann erschloß die Geheimnisse des Jungfrauschoßes, sondern der Heilige Geist goß den unbefleckten Samen in einen unverletzten Schoß. Er also, der einen anderen Schoß heiligte, damit ein Prophet geboren würde, er ist es, der den Schoß seiner eigenen Mutter geöffnet hat, damit der Unbefleckte hervorgehe. Mit den Worten „die den Mutterschoß öffnet“ spricht er von der Geburt nach der gewöhnlichen Weise, nicht daß die heilige Wohnstätte des Jungfrauschoßes, die unser Herr beim Eintreten heiligte, nun durch sein Hervorgehen aus ihr der Jungfräulichkeit beraubt angesehen werden sollte.