Epiphanius von Salamis
Catena Aurea · Lukasevangelium 2
21 Als acht Tage vergangen waren und das Kind beschnitten werden musste, wurde ihm der Name Jesus gegeben, der vom Engel genannt worden war, noch bevor das Kind im Mutterschoß empfangen wurde.
(lib. i. Hær. 30.) Nun sagen die Anhänger des Ebion und Cerinth: „Es genügt für den Jünger, wenn er ist wie sein Meister. Aber Christus hat sich selbst beschnitten. Darum laß auch du dich beschneiden.“ Doch darin täuschen sie sich selbst und zerstören ihre eigenen Grundsätze; denn wenn Ebion bekennen würde, daß Christus als Gott vom Himmel herabgestiegen und am achten Tag beschnitten worden sei, so könnte dies einen Grund für die Beschneidung abgeben; da er ihn aber für einen bloßen Menschen hält, kann er als Knabe sicherlich nicht die Ursache seiner eigenen Beschneidung sein, so wie auch die Säuglinge nicht die Urheber ihrer eigenen Beschneidung sind. Wir aber bekennen, daß Gott selbst vom Himmel herabgestiegen ist und, eingeschlossen im Schoß einer Jungfrau, dort die ganze für ihre Niederkunft notwendige Zeit verblieb, bis er sich vollkommen aus dem Schoß der Jungfrau einen menschlichen Leib gebildet hatte; und daß er in diesem Leib nicht dem Scheine nach, sondern wahrhaft am achten Tag beschnitten wurde, damit die Vorbilder, nachdem sie in ihm und seinen Jüngern diese geistliche Erfüllung erlangt hatten, nun nicht mehr als Vorbilder, sondern als Wirklichkeit verbreitet würden.