Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 19
1 Dann kam er nach Jericho und zog hindurch. 2 Dort lebte ein Mann mit Namen Zachäus, der war Oberzöllner und reich. 3 Er wollte gern sehen, wer Jesus sei, konnte es aber nicht wegen der Volksmenge; denn er war klein von Gestalt. 4 Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn da musste er vorüberkommen. 5 Als nun Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, steig schnell herunter, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben. 6 Schnell stieg er herunter und nahm ihn mit Freuden auf. 7 Alle, die das sahen, empörten sich und sagten: Bei einem Sünder ist er eingekehrt, um zu wohnen! 8 Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte zu ihm: Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen und wenn ich etwas zu Unrecht von jemand gefordert habe, gebe ich es vierfach zurück. 9 Jesus sagte zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren war.
Wenn wir genauer prüfen, werden wir sehen, dass nichts von seinem eigenen Eigentum übrig blieb. Denn nachdem er die Hälfte seiner Güter den Armen gegeben hatte, erstattete er aus dem Rest das Vierfache denen, die er geschädigt hatte. Er versprach dies nicht nur, sondern tat es. Denn er sagt nicht: „Ich will die Hälfte geben und das Vierfache erstatten“, sondern: „Ich gebe und ich erstatte.“ Diesem verkündet Christus das Heil; Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, was bedeutet, dass Zachäus das Heil erlangt hatte, wobei er mit dem Haus dessen Bewohner meint. Und es folgt: denn auch er ist ein Sohn Abrahams. Denn er hätte nicht den Namen eines Sohnes Abrahams einem leblosen Gebäude gegeben.