
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
17 Da ging er in sich und sagte: Wie viele Taglöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen von deinen Taglöhnern. 20 Dann machte er sich auf und ging zu seinem Vater. Sein Vater sah ihn schon von weitem kommen, wurde von Mitleid bewegt, lief herbei, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. 22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Kleid heraus und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße! 23 Holt das Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen essen und fröhlich sein; 24 denn dieser mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein Freudenfest zu feiern.
Tot ist, wer war. Daher sind die Heiden nicht, der Christ ist. Hier jedoch könnte ein einzelner aus dem Menschengeschlecht verstanden werden; Adam war, und in ihm waren wir alle. Adam ging zugrunde, und in ihm sind wir alle zugrunde gegangen. Der Mensch wird also wiederhergestellt in jenem Menschen, der gestorben ist. Es könnte auch von einem gesagt sein, der Buße wirkt, weil der nicht stirbt, der nicht einst gelebt hat. Und die Heiden werden zwar, wenn sie glauben, durch die Gnade wieder lebendig gemacht. Aber wer gefallen ist, erholt sich durch die Buße.