
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
17 Da ging er in sich und sagte: Wie viele Taglöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen von deinen Taglöhnern. 20 Dann machte er sich auf und ging zu seinem Vater. Sein Vater sah ihn schon von weitem kommen, wurde von Mitleid bewegt, lief herbei, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. 22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Kleid heraus und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße! 23 Holt das Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen essen und fröhlich sein; 24 denn dieser mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein Freudenfest zu feiern.
(Hom. de Patre et duobus Filiis.) Oder er befiehlt, ihm Schuhe an die Füße zu legen, sei es um die Sohlen seiner Füße zu bedecken, damit er fest auf dem schlüpfrigen Pfad der Welt wandle, sei es zur Abtötung seiner Glieder. Denn der Lauf unseres Lebens wird in den Schriften ein Fuß genannt, und eine Art Abtötung geschieht in den Schuhen, insofern sie aus den Häuten toter Tiere gemacht sind. Er fügt auch hinzu, dass das gemästete Kalb geschlachtet werden muss für die Feier des Festes. Denn es folgt: Und bringt das gemästete Kalb, das heißt den Herrn Jesus Christus, den er ein Kalb nennt wegen des Opfers eines makellosen Leibes; aber er nannte es gemästet, weil es reich und kostbar ist, insofern es für die Erlösung der ganzen Welt ausreicht. Aber der Vater opferte das Kalb nicht selbst, sondern gab es anderen zum Opfern. Denn der Vater erlaubte es, der Sohn stimmte durch die Menschen zu, und so wurde er gekreuzigt.