Gregor von Nyssa
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
17 Da ging er in sich und sagte: Wie viele Taglöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen von deinen Taglöhnern. 20 Dann machte er sich auf und ging zu seinem Vater. Sein Vater sah ihn schon von weitem kommen, wurde von Mitleid bewegt, lief herbei, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. 22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Kleid heraus und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße! 23 Holt das Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen essen und fröhlich sein; 24 denn dieser mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein Freudenfest zu feiern.
(Orat. in mul. peccat.) Der jüngere Sohn hatte seinen Vater verachtet, als er zuerst fortging, und hatte das Geld seines Vaters verschwendet. Als er aber im Laufe der Zeit durch Not gebrochen war, ein Tagelöhner geworden war und dieselbe Nahrung wie die Schweine aß, kehrte er, gezüchtigt, zum Haus seines Vaters zurück. Daher heißt es: Und als er zu sich kam, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot genug und Überfluss, ich aber verderbe vor Hunger.