
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
11 Ferner sagte er: Ein Mann hatte zwei Söhne. 12 Der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Anteil des Vermögens, der mir zukommt. Da teilte er den Besitz unter sie auf. 13 Wenige Tage darauf packte der jüngere Sohn alles zusammen, zog fort in ein fernes Land und vergeudete dort sein Vermögen durch ein verschwenderisches Leben. 14 Nachdem er alles durchgebracht hatte, kam eine schwere Hungersnot über das Land und er fing an, Mangel zu leiden. 15 Da ging er zu einem Bürger jenes Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn auf seine Felder zum Schweinehüten. 16 Gerne hätte er sich den Magen mit den Schoten gefüllt, die die Schweine fraßen, aber niemand gab sie ihm.
(ut sup.) Oder wer der geistlichen Reichtümer, wie Weisheit und Einsicht, entbehrt, wird gesagt, Schweine zu hüten, das heißt, in seiner Seele schmutzige und unreine Gedanken zu nähren, und er verschlingt die materielle Nahrung des bösen Wandels, süß zwar für den, dem gute Werke fehlen, weil jedes Werk fleischlicher Lust dem Verdorbenen süß erscheint, während es innerlich die Kräfte der Seele entnervt und zerstört. Nahrung dieser Art, als Schweinefutter und schädlich süß, das heißt die Lockungen fleischlicher Genüsse, beschreibt die Schrift mit dem Namen Schoten.