
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 15
1 Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören. 2 Die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sagten: Der nimmt Sünder an und isst mit ihnen. 3 Da sagte er ihnen dieses Gleichnis: 4 Wer von euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? 5 Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf seine Schultern, 6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. 7 Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude sein über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die der Umkehr nicht bedürfen.
War Er denn dann zornig auf die übrigen und nur von Güte zu einem bewegt? Keineswegs. Denn sie sind in Sicherheit, die Rechte des Allmächtigen ist ihre Verteidigung. Es ziemte sich vielmehr, den Verlorenen zu bemitleiden, damit die übrige Zahl nicht unvollkommen erscheine. Denn wenn das eine zurückgebracht wird, gewinnt das Hundert seine eigene Gestalt wieder.