
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 14
28 Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob er genug hat, um fertig zu bauen, 29 damit nicht etwa, nachdem er den Grund gelegt hat und nicht fertig bauen kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen und sagen: 30 Dieser Mann hat angefangen zu bauen und konnte es nicht fertig bekommen. 31 Oder welcher König, der ausziehen will, um mit einem anderen König Krieg zu führen, wird sich nicht zuvor hinsetzen und nachdenken, ob er mit zehntausend Mann dem entgegentreten kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32 Andernfalls schickt er, solange jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um Frieden. 33 So kann auch keiner von euch, der sich nicht von allem, was er hat, lossagt, mein Jünger sein.
Worauf sich diese Vergleiche beziehen, hat er bei derselben Gelegenheit hinreichend erklärt, als er sagte: So kann auch keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. Die Kosten also für den Bau des Turmes und die Stärke der zehntausend gegen den König, der zwanzigtausend hat, bedeuten nichts anderes, als dass jeder allem entsagen soll, was er hat. Die vorausgehende Einleitung stimmt also mit dem Schluss überein. Denn in dem Wort, dass ein Mensch allem entsagt, was er hat, ist auch enthalten, dass er seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja auch sein eigenes Leben hasst. Denn all diese Dinge sind des Menschen eigen, die ihn verstricken und ihn daran hindern, nicht jene besonderen Besitztümer zu erlangen, die mit der Zeit vergehen, sondern jene gemeinsamen Güter, die ewig bleiben.