
Gregor der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 14
28 Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob er genug hat, um fertig zu bauen, 29 damit nicht etwa, nachdem er den Grund gelegt hat und nicht fertig bauen kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen und sagen: 30 Dieser Mann hat angefangen zu bauen und konnte es nicht fertig bekommen. 31 Oder welcher König, der ausziehen will, um mit einem anderen König Krieg zu führen, wird sich nicht zuvor hinsetzen und nachdenken, ob er mit zehntausend Mann dem entgegentreten kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32 Andernfalls schickt er, solange jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um Frieden. 33 So kann auch keiner von euch, der sich nicht von allem, was er hat, lossagt, mein Jünger sein.
(in Hom. ut sup.) Oder in jenem furchtbaren Gericht kommen wir nicht als dem König gewachsen zum Urteil, denn zehntausend stehen gegen zwanzigtausend, zwei gegen einen. Er kommt mit einem doppelten Heer gegen ein einziges. Denn während wir kaum nur in Taten gerüstet sind, prüft er uns sogleich sowohl in Gedanken als auch in Taten. Während er also noch fern ist, der, obwohl im Gericht gegenwärtig, nicht gesehen wird, lasst uns ihm eine Gesandtschaft senden: unsere Tränen, unsere Werke der Barmherzigkeit, das versöhnende Opfer. Das ist unsere Botschaft, die den kommenden König besänftigt.