Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Lukasevangelium 14
28 Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob er genug hat, um fertig zu bauen, 29 damit nicht etwa, nachdem er den Grund gelegt hat und nicht fertig bauen kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen und sagen: 30 Dieser Mann hat angefangen zu bauen und konnte es nicht fertig bekommen. 31 Oder welcher König, der ausziehen will, um mit einem anderen König Krieg zu führen, wird sich nicht zuvor hinsetzen und nachdenken, ob er mit zehntausend Mann dem entgegentreten kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32 Andernfalls schickt er, solange jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um Frieden. 33 So kann auch keiner von euch, der sich nicht von allem, was er hat, lossagt, mein Jünger sein.
Denn wir dürfen nicht ein Fundament legen, d. h. beginnen, Christus nachzufolgen, und das Werk nicht zu Ende bringen, wie jene, von denen der heilige Johannes schreibt: Dass viele seiner Jünger zurückgingen. (Joh 6,66.) Oder unter dem Fundament verstehe man das Wort der Lehre, zum Beispiel über die Enthaltsamkeit. Es bedarf also des oben erwähnten Fundamentes, damit die Erbauung unserer Werke feststehe, ein Turm der Stärke vor dem Angesicht des Feindes. (Ps 61,3.) Andernfalls wird der Mensch von denen, die ihn sehen, verlacht, von Menschen wie von Teufeln.