
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 14
12 Und zu dem, der ihn eingeladen hatte, sagte er: Wenn du ein Mittag- oder Abendessen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder oder Verwandte oder reiche Nachbarn ein, damit sie nicht auch dich wieder einladen und es dir vergelten. 13 Nein, wenn du ein Gastmahl gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein, 14 und du wirst selig sein, weil sie nicht imstande sind, es dir zu vergelten; denn es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
(Hom. 45. in Act.) Denn je geringer unser Bruder ist, desto mehr kommt Christus durch ihn und besucht uns. Denn wer einen Großen bewirtet, tut es oft aus Eitelkeit. Und anderswo: Aber sehr oft ist der Eigennutz sein Ziel, dass er durch einen solchen Beförderung erlange. Ich könnte freilich viele nennen, die aus diesem Grund den Vornehmsten der Adligen den Hof machen, damit sie durch deren Hilfe größere Gunst beim Fürsten erlangen. Lasst uns also nicht die einladen, die uns vergelten können, wie es folgt: Und du wirst selig sein, denn sie können dir nicht vergelten. Und lasst uns nicht beunruhigt sein, wenn wir keine Gegenleistung für eine Wohltat erhalten, sondern wenn wir sie erhalten; denn wenn wir sie empfangen haben, werden wir nichts mehr empfangen, wenn aber der Mensch uns nicht vergilt, wird Gott es tun. Wie es folgt: Denn dir wird vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.