Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 13
1 Zur selben Zeit kamen einige und berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. 2 Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr als alle (anderen) Galiläer Sünder gewesen sind, weil sie das erlitten haben? 3 Nein, sage ich euch; doch wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf gleiche Weise umkommen. 4 Oder meint ihr, jene achtzehn, auf die der Turm am Schiloach stürzte und sie erschlug, seien schuldiger gewesen als alle (anderen) Bewohner von Jerusalem? 5 Nein, sage ich euch; doch wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf dieselbe Weise umkommen.
Denn Pilatus, was „Mund des Hammerschlägers“ bedeutet, bezeichnet den Teufel, der stets zum Schlagen bereit ist. Das Blut drückt die Sünde aus, die Opfer die guten Werke. Pilatus vermischt also das Blut der Galiläer mit ihren Opfern, wenn der Teufel die Almosen und anderen guten Werke der Gläubigen entweder durch fleischliche Ausschweifung oder durch das Streben nach Menschenlob oder durch irgendeine andere Befleckung besudelt. Jene Männer von Jerusalem auch, die durch den Einsturz des Turmes erschlagen wurden, bedeuten, dass die Juden, die sich weigern, Buße zu tun, innerhalb ihrer eigenen Mauern umkommen werden. Nicht ohne Bedeutung ist auch die Zahl achtzehn gegeben (welche Zahl bei den Griechen aus Ι und Η gebildet wird, das heißt aus denselben Buchstaben, mit denen der Name Jesus beginnt). Und sie bedeutet, dass die Juden vor allem umkommen würden, weil sie den Namen des Erlösers nicht annehmen wollten. Jener Turm stellt den dar, der der Turm der Stärke ist. Und dies ist mit Recht in Siloah, was „gesandt“ bedeutet; denn es bezeichnet den, der vom Vater gesandt in die Welt kam und alle, auf die er fällt, zermalmen wird.