
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 13
1 Zur selben Zeit kamen einige und berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. 2 Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr als alle (anderen) Galiläer Sünder gewesen sind, weil sie das erlitten haben? 3 Nein, sage ich euch; doch wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf gleiche Weise umkommen. 4 Oder meint ihr, jene achtzehn, auf die der Turm am Schiloach stürzte und sie erschlug, seien schuldiger gewesen als alle (anderen) Bewohner von Jerusalem? 5 Nein, sage ich euch; doch wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf dieselbe Weise umkommen.
Denn diese waren Anhänger der Meinungen des Judas von Galiläa, den Lukas in der Apostelgeschichte erwähnt, (Apg 5,37.) der sagte, dass wir keinen Menschen Meister nennen sollten. Viele von ihnen weigerten sich, den Kaiser als ihren Meister anzuerkennen, und wurden deshalb von Pilatus bestraft. Sie sagten auch, dass die Menschen Gott keine Opfer darbringen sollten, die nicht im Gesetz des Mose vorgeschrieben waren, und verboten daher, die vom Volk für die Sicherheit des Kaisers und des römischen Volkes bestimmten Opfer darzubringen. Pilatus nun, erzürnt gegen die Galiläer, befahl, sie mitten unter den Opfertieren zu töten, die sie nach dem Brauch ihres Gesetzes darbringen zu dürfen glaubten; so dass das Blut der Opfernden mit dem der dargebrachten Opfer vermischt wurde. Da nun allgemein geglaubt wurde, dass diese Galiläer ganz gerecht bestraft wurden, weil sie Ärgernisse unter dem Volk säten, erzählten die Führer, begierig, den Hass des Volkes gegen ihn zu erregen, diese Dinge dem Erlöser, um herauszufinden, was er über sie dachte. Er aber, obwohl er zugab, dass sie Sünder waren, urteilte dennoch nicht, dass sie solches erlitten hätten, als wären sie schlimmer als die, die nicht litten. Daher folgt: Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer Sünder waren über alle Galiläer, usw.