Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
37 Während er redete, lud ihn ein Pharisäer zum Essen ein. Er ging hin und legte sich zu Tisch. 38 Als der Pharisäer sah, dass er sich vor der Mahlzeit nicht (die Hände) wusch, wunderte er sich. 39 Da sagte der Herr zu ihm: Ja, ihr Pharisäer, das Äußere von Becher und Schüssel reinigt ihr; euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit. 40 Ihr Toren! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? 41 Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, als Almosen, dann ist alles für euch rein. 42 Doch weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze und Raute und jedem Gemüse, aber über das Recht und die Liebe zu Gott geht ihr hinweg. Das Eine aber sollte man tun und das Andere nicht unterlassen. 43 Weh euch Pharisäern! Ihr liebt die ersten Sitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Marktplätzen. 44 Weh euch! Ihr seid wie unkenntliche Grabstätten, über die die Leute hinweggehen, ohne es zu wissen.
(quod superest.) Er spricht von „dem, was über“ unsere notwendige Nahrung und Kleidung hinausgeht. Denn dir wird nicht geboten, Almosen so zu geben, dass du dich durch Mangel verzehrst, sondern dass du nach Befriedigung deiner Bedürfnisse die Armen nach besten Kräften unterstützt. Oder es muss so verstanden werden: Tu das, was in deiner Macht steht, das heißt, was das einzige Heilmittel ist, das denen bleibt, die bisher so vieler Bosheit gefrönt haben; gib Almosen. Dieses Wort bezieht sich auf alles, was mit nützlichem Mitleid getan wird. Denn nicht nur der gibt Almosen, der den Hungrigen Speise gibt und dergleichen, sondern auch der, welcher dem Sünder vergibt, für ihn betet und ihn zurechtweist, indem er ihn mit einer korrigierenden Strafe heimsucht.