
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
33 Niemand zündet ein Licht an und stellt es in einen verborgenen Winkel oder unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Eintretenden das Licht sehen. 34 Das Licht des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn es aber krank ist, wird auch dein Leib finster sein. 35 Sieh also zu, dass das Licht in dir nicht etwa Finsternis ist. 36 Wenn nun dein Leib ganz licht ist und gar keinen finsteren Teil an sich hat, wird er so erleuchtet sein, wie wenn dich das Licht mit seinem Glanz erhellt.
(Hom. 20. in Matt.) Wenn wir also den Verstand verdorben haben, der die Leidenschaften entfesseln kann, haben wir der ganzen Seele Gewalt angetan und leiden schreckliche Finsternis, geblendet durch die Verkehrtheit unseres Verstandes. Daher fügt er hinzu: Sieh also zu, dass das Licht, das in dir ist, nicht Finsternis sei. Er spricht von einer Finsternis, die wahrgenommen werden kann, aber ihren Ursprung in sich selbst hat und die wir überall mit uns herumtragen, da das Auge der Seele ausgelöscht ist. Über die Kraft dieses Lichtes fährt er fort zu sagen: Wenn nun dein ganzer Leib voll Licht ist, usw. usw.